Staatstheater
Das Staatstheater Stuttgart In Stuttgart geht die ganze Stadt ins Theater. Eine traumhafte Platzauslastung von über 90 Prozent erhält ihr vielfältiges Gesicht, wenn man sich im Foyer des meist ausverkauften Staatsheaters umsieht. Nirgends sonst findet man in einem Stadttheater eine derartig wilde Durchmischung aus jung und alt, arm und reich, hip und bieder wie in der hässlichen Betonkiste im Stuttgarter Schlossgarten. Und die Ursache dafür ist leicht zu ergründen. Denn auch der Spielplan-Pluralismus ist in Stuttgart ziemlich einmalig und hat über die vielen Jahre der Intendanz von Friedrich Schirmer dazu geführt, dass eine prinzipielle Neugier auf die Spielarten der Bühnenkunst in Stuttgart tief verwurzelt wurde. Zwischen Ottoneum und heutigem Domizil liegen dreieinhalb Jahrhunderte Theater in Kassel an wechselnden Schauplätzen: Komödienhaus am Paradeplatz, Opernhaus am Opernplatz, Staatstheater am Friedrichsplatz, eine klassizistische Perle, die von der Bombardierung Kassels so stark in Mitleidenschaft gezogen war, dass man sich für ihren Abriss entschied. Bis zum Einzug ins neue Haus war das Staatstheater in der Stadthalle zu Gast, wo heute noch die Sinfoniekonzerte stattfinden. Das Staatstheater Kassel ist ein Dreispartenhaus, das sich durch Förderung des künstlerischen Experiments, Pflege des Ensembletheaters und Tuchfühlung mit dem sozialen Leben von Stadt und Region auszeichnet.